Die SCSI – Schnittstelle

 

Das Small Computer Systems Interface ( SCSI,  gesprochen „skasi“) hat sich als weiterer wichtiger Standard für den Anschluss von Festplatten etabliert. SCSI besitzt gegenüber EIDE einige Vorteile, aber auch Nachteile.

 

Vorteile von SCSI gegenüber IDE und EIDE

 

Ein SCSI – Controller ( SCSI Host Adapter ) kann 8 beziehungsweise 16 Geräte ansteuern, also doppelt oder sogar viermal so viele wie ein EIDE – System. Jedes Gerät erhält eine eindeutige laufende Nummer von 0 bis 7 beziehungsweise bis 15. Traditionell erhält der Host Adapter hierbei die höchste Nummer, 7 oder 15. Die Reihenfolge der Numerierung muss allerdings nicht sequenziell erfolgen.

Beachten Sie, dass der Host Adapter selbst bereits als eines der 8 bzw. 16 Geräte gewertet wird und eine der verfügbaren Geräteadressen verbraucht.

 

Neben Festplatten und CD – Laufwerken kann eine große Bandbreite anderer Geräte angeschlossen werden. Hierzu zählen zum Beispiel Scanner, Drucker, Optische Laufwerke und vieles mehr. SCSI ist busmastering – fähig, kann also den Datentransfer selbstständig verwalten und erfordert so deutlich weniger Prozessorleistung.

 

Nachteile von SCSI

 

Ein wesentlicher Nachteil von SCSI ist der deutlich höhere Preis. Ein SCSI Host Adapter muss fast immer separat erworben werden. Mitgelieferte Host Adapter einiger SCSI – Geräte eignen sich oft nur für den Anschluss dieses einen Gerätes. Auch die einzelnen Geräte sind in der SCSI – Version praktisch immer teurer als vergleichbare IDE – Komponenten.

 

SCSI – Standards

 

Ebenso wie die IDE – Schnittstelle ist SCSI häufig weiterentwickelt worden und hat zu unterschiedlich leistungsfähigen Standards geführt:

 

SCSI – 1

Verabschiedet 1986 und mittlerweile veraltet. Es können 8 Geräte mit insgesamt 3 MBps Bandbreite je Bus kontrolliert werden, die Buslänge beträgt maximal 6 m.

SCSI – 2

Kontrolliert bis zu 16 Geräte und bietet die Möglichkeit, auch andere Geräte als Festplatten anzuschließen. Die Bandbreite wurde hier auf 5 MBps gesteigert.

SCSI – 3

Automatische Zuweisung der SCSI – ID für SCSI – Geräte und schrittweise Erhöhung der Übertragungsrate:

  • Ultra SCSI mit 20 MBps aber maximaler Buslänge von 1,5 m
  • Ultra SCSI – 2 mit 40 MBps und maximaler Buslänge von 6 m
  • Ultra2  SCSI mit 80 MBps und maximaler Buslänge von 12 m
  • SCSI160 und SCSI320 mit 160 bzw. 320 MBps bei maximal 12 m Buslänge

 

Diese Übertragungsraten sind theoretische Werte, die in der Praxis nicht erreicht werden. Allerdings bieten die neueren SCSI – Standards genug Bandbreite, um viele Geräte mit hohem Datenaufkommen ohne gegenseitige Störung betreiben zu können. Alle SCSI – Standards sind außerdem vollständig abwärts kompatibel und bieten somit die Möglichkeit, auch ältere Geräte an neue Host Adapter anzuschließen.

 

SCSI – Terminierung

 

Reihen von hintereinander geschalteten SCSI – Geräten müssen terminiert werden. Das bedeutet bei internen Geräten, dass auf dem letzten Gerät des Stranges der entsprechende Jumper gesetzt werden muss, um den Strang zu terminieren. Bei externen Geräten ist dies meist ein physikalischer Terminator, der auf den SCSI – Ausgang gesteckt werden muss.

Die Terminierung muss unter allen Umständen richtig durchgeführt werden, da sonst von einigen oder gar allen Laufwerken nicht gelesen oder geschrieben werden kann oder es zu Datenverlusten kommen kann. Die Terminierung verhindert Reflexionen der Datensignale an den Enden des Kabelstranges, die eine Kommunikation auf dem gesamten SCSI Bus unmöglich machen würden.