Das Mainboard
Mainboard
/ Motherboard
Das wichtigste Grundelement des Personal Computers
ist die Hauptplatine, besser bekannt durch die Fachbegriffe Motherboard oder
Mainboard. Im Regelfall besteht das Motherboard aus einer Platine, einer Trägerplatte
aus Kunstharz. Diese Platine enthält in mehreren Schichten (7 bis 10 Schichten
je nach Mainboard) angeordnete, elektrisch leitfähige Bahnen. Über diese sind
alle aufgesteckten oder aufgelöteten Komponenten verbunden und können mittels
elektrischer Ströme Daten austauschen.
Diese Leiterbahnen (Multilayer) bestehen aus äußerst dünnem Kupfer,
gelegentlich auch aus Silberschichten. Darauf angeordnet sind sämtliche
Bausteine und Bauteile, welche die interne Kommunikation steuern sowie die
Verbindung zu den peripheren Geräten und die Stromversorgung sicherstellen. Die
Erweiterungskarten (Grafik- und Soundkarten) werden in die Steckleisten (Slots)
eingesteckt und komplettieren den PC.
Auf modernen Mainboards werden mehr und mehr Funktionen
bereits onboard verbaut. So ist es
nicht seilen, dass Sound-, Netzwerk- und sogar Grafikchipsätze fest auf dem
Mainboard integriert sind. Für den
normalen Anwender ist das in erster Linie nur unter finanziellen Aspekten
rentabel. Besonders im Vergleich zu
Grafikkarten im PCI-Bus und besonders im AGP-Bus - mit vernünftigen
Beschleunigerchipsätzen - sind die Grafikbenchmarks solcher Mainboards eher
mager. Leider ergibt sich mit den
zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen der Boards oftmals ein Problem beim
Systemupdate. Integrierte Chipsätze lassen sich nur sehr schwer deaktivieren,
was in der Praxis meistens den Tausch des kompletten Mainboards bedeutet.
Achten Sie beim Einbau eines Mainboards darauf, dass dieses absolut spannungsfrei in das Gehäuse eingebaut wird. Der Einbau erfolgt in den meisten Fällen mit den beigelegten Schrauben, gelegentlich mit Steckadaptern aus Kunststoff. Billige Gehäuse sind oftmals nicht nur sehr schlecht an den Kanten entgrätet bzw. nicht gebördelt, sondern in sich verzogen. Üben Sie nun beim Einbau zuviel Druck auf das Board aus oder unterzieht es sich durch das Verschieben, z.B. um die Bohrlöcher an den entsprechenden Gehäusesockel zu erreichen, kann dies zu schwer wiegenden Mikrorissen in der Platine und des Weiteren zu gravierenden Fehlfunktionen im Betrieb führen.
Aufgabe des Mainboard
Ein Mainboard sorgt im Wesentlichen für die folgenden
drei Funktionen:
1. Verteilung
der Spannungsversorgung
2. Bereitstellung
von Pfaden für Kontrollsignale und Daten
3. Bereitstellung verschiedener Sockel und
Kontaktstellen zum Einbau von Baugruppen und Komponenten
Ein Mainboard besteht aus folgenden
Baugruppen/Komponenten:
1. Sockel
oder Slot für die CPU (Prozessor)
2.
EPROM für das BIOS
3.
Schwingquartz mit Timer -IC (Integrated Circuit) als Taktgeber
4.
Chipsatz für Steuerungs- und Logikbausteine
5.
Controller für Massenspeicher (FDD, HDD, CD-ROM)
6. Batterie/Akku zur Versorgung der Systemuhr
und des CMOS
7. Steckplätze/Sockel für den Hauptspeicher
8. Steckplätze/Slots für Erweiterungskarten
9. Unterschiedliche Schnittstellenanschlüsse
10.
Tastatur- und Mausanschluss
11. lnfrarot - Empfänger/Sender für kabellose
Peripheriegeräte
12. Anschluss für die Spannungsversorgung
13.
Jumper bzw. DIP -Schalter
Jedes in einem PC integrierte Mainboard wird
herstellerseitig mit einem unfangreichen, englischsprachigen Handbuch ausgestattet.
Hierin finden sich Beschreibungen der verbauten Komponenten wie BIOS, Chipsatz,
Speicherbelebung usw. Sehr nützlich sind zudem die Grafiken und
Layoutabbildungen, die eine sehr detaillierte Übersicht des Mainboards gegen.
Viele Hersteller bieten auf ihren Internetseiten umfangreiche Informationen und
Beschreibungen als Download an.
Auch der erfahrene User wird vor Systemupgrades oder
bei Fehlermeldungen gerne auf diese Informationsquellen zurückgreifen. Leider
ist die Qualität der mitgelieferten Handbücher und auch die
Informationsbeschaffung im Internet vor allem bei Billigangeboten zum Teil sehr
dürftig.
Chipsatz
Das Bindeglied zwischen den einzelnen Komponenten des
Computersystems bildet der Chipsatz. Der Chipsatz regelt den Datenverkehr auf
dem Systembus und bestimmt damit seine Geschwindigkeit. Einstellungen können im
BIOS konfiguriert werden.
Der Chipsatz ist in seiner Funktion untrennbar nir
dem Motherboard und dem Bussystem verbunden.
Er besteht aus einer Reihe Controller-Chips auf dem
Motherboard. Die Controller arbeiten sehr eng mir der CPU zusammen und
kontrollieren die Busse rund um die CPU. Ohne Chipsatz könnten weder der
Arbeitsspeicher noch der I/O Bus mir der CPU kommunizieren.
Ein Teil des Chipsatzes regelt das Datenaufkommen
zwischen CPU, Cache und Hauptspeicher. Er wird als Northbridge bezeichnet. Der
AGP-Bus wird ebenfalls hierin verwaltet.
Weitere Chips, die unter dem Namen Southbridge
zusammengefasst werden, stellen die Kommunikation zum PCI-Bus und den ISA-Slots
sicher.
Parallel zur konsequenten Weiterentwicklung neuer
CPU´s werden zugleich neue Chipsätze am Markt angeboten.
Diese zeichnen sich durch höhere Geschwindigkeit von
einem oder mehreren Bussen sowie Nutzung neuer Technologien (neue RAM-Typen,
neue Busse, verbessertes EIDE etc.) aus. Je nach verwendetem Prozessor wird ein
entsprechender Chipsatz auf dem Mainboard verbaut. Die bedeutendsten Hersteller
sind Intel, SIS, Opti, Via und Ali.
Baugrößen
Formfaktoren bei Motherboards
Bei den Mainboards gibt es mehrere gängige
Abmessungen, man spricht hier auch von Formfaktoren. In erster Linie geht es
hierbei um die physikalische Größe, die Abmessungen der Platine. Der Formfaktor
bestimmt zudem, welche Komponente ( CPU, Steckplätze usw.) wo auf dem Board
angebracht ist und welche Gehäuse bzw. Netzteile verwendet werden können.
Leider existiert nicht bei allen Formfaktoren ein echter Standard, sodass
hierdurch der Austausch eines Mainboards mit einem anderen Formfaktor einen
zusätzlichen Gehäusewechsel bedeutet.
Ein einfacher Tausch ist in diesem Fall nicht
möglich.
|
Formfaktor |
Größenbeschreibung |
|
Standard- AT |
Fullsize |
|
Baby-
AT |
Babysize |
|
LPX |
Halfsize |
|
NLX |
Halfsize |
|
ATX |
ATX |